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posted: 06-04-04
interview : tadah
photo : (c) bmg germany / subword katja kuhl
 
 
 
 
 
Melbeatz. Bereits bekannt von den Beats für Kool Savas und all' den Anderen, gibt's nun Mel's "Rapper's Delight" Platte, dessen Gäste Liste sich ähnlich liest wie die von der letzten ‚Who's who' Party. Da geben sich Leute wie Kanye West, Prodigy (Mobb Deep) und Shells da drüben und Xavier Naidoo, Kool Savas, Afrob und Einzi Eiz (Beginner) hier drüben die Klinke in die Hand. Und ist's nun die erste Rap Platte die je von einer Frau produziert wurde? Wer weiss. Was aber wohl niemand bestreitet: "Rapper's Delight" war die erste Rap Single die in chartete. "Rapper's Delight" wird mit Bestimmtheit das erste Rap Album das von einer Frau produziert wurde, das in die Charts einsteigen wird.
Werden wir in fünf Jahren noch darüber sprechen dass du eine Frau bist und Beats machst?
Na, das ist jetzt mal eine gute Frage. Jetzt muss ich sogar überlegen, denn sonst kriege ich nur immer die gleichen Fragen gestellt.
Ich denke nicht. Aber hättest du mir die Frage vor fünf Jahren gestellt, hätte ich dir wohl die gleiche Antwort gegeben. Und doch sprechen wir darüber. Ich mache jetzt seit 1996 Beats. Das ist schon ne Weile - oh Gott, sieben Jahre. Ich glaube aber auch nicht, dass es jetzt einen Boom geben wird. Es werden sich aber bestimmt ein paar mehr Mädels trauen.
Es gibt ja bei Downbeat, Jungle, House und so schon einige Frauen die was machen. Warum hat's aber beim Rap nie ‚gefunkt'?
Ich weiss auch nicht warum.
Wobei man sagen muss, dass es eigentlich auch wenig Frauen gibt die rappen.
Das stimmt auch. Ich denke schon, dass es an den Frauen liegt. Man sagt ja immer, Rap sei von Männern dominiert, blah und hier und da. Das interessiert mich aber eigentlich wenig. Ich achte nicht darauf wie viele Männer es gibt.
Und es ist auch nicht so, dass die Männer alle denken, dass die Frauen alle hinter den Herd gehören. Die stehen zwar schon auf nackte Ärsche und Bitches. Die freuen sich natürlich wenn's Frauen hat. Die sind ja nicht alle schwul. Warum sollten die's also nicht geil finden wenn eine Frau etwas Gutes macht?
Natürlich gibt es ein paar Kiddies die sagen: 'ach Frauen.' Aber die Künstler, da kenne ich keinen der sagt, dass Frauen hinter dem Mic nichts zu suchen haben. Ich kenne natürlich welche, die die Frauen, die hinter dem Mic stehen, Scheisse finden. Denn die Meisten sind wirklich nicht gut. Gerade in Deutschland, da kenne ich nur Eine die gut ist: Fiva MC. Nur die kann ich ernst nehmen; Skills mässig. Sie ist nicht so meine Richtung über was sie rappt, aber sie ist ein sehr, sehr schlaues Mädchen. Die nicht nur irgendwas aufeinander reimen muss, nur damit es sich reimt. Sie erzählt einfach eine Geschichte und das passt alles. Deswegen ist sie die Einzigste die ich ernst nehmen kann.
Ich möchte Dir gerne eine kurze Anekdote meinerseits erzählen: Früher als ich an die Konzerte ging, da hatte es auch kaum Mädels da. Nun, vor ein paar Tagen war ich an einem Kiosk und vor mir in der Schlange stand ein Mädchen, dass sich eine Juice gekauft hat. Mich hat das irgendwie, in meiner absoluten Naivität, geflascht. Weil das für mich einfach immer noch bemerkenswert ist, dass es heute Mädels gibt, die nicht nur Rap mögen, sondern sich sogar so sehr dafür interessieren, dass sie sich ein Magazin kaufen um darüber zu lesen.
Das war was besonderes für dich? Auch heutzutage noch?
Ja, denn das gab's früher nicht. Und mir wurde das irgendwie nie wirklich bewusst, dass das heute so ist.
Anfang der Neunziger wär's sicher etwas Besonderes gewesen. Aber heute gibt's doch viele Mädels die Konsumenten sind. Das wundert mich jetzt nicht so sehr.
Mich überraschte nicht dass sie die Musik hören, aber dass sie wirklich darüber lesen möchten.
Ja, das stimmt schon; dass sie sich auch für den Hintergrund interessieren, das kann schon überraschen. Doch das hätte mich Anfang bis Mitte der neunziger Jahre überrascht. Bei den Konzerten sind ja heute auch viele Mädels. Bei den Savas Konzerten sehe ich sie auch wie sie in der ersten Reihe stehen und "Lutsch meinen Schwanz" mitsingen (lacht).
Ich meine ich habe auch frühe N.W.A mitgerappt - "She Swallows It" - und das war mir auch scheiss egal. Ich fühle mich und habe mich da nie angesprochen gefühlt. Deshalb kann ich das schon ein Bisschen nachvollziehen. Doch ich würde jetzt selber nicht bei "Lutsch meinen Schwanz" mitsingen (lacht).
Doch wie findest du das wenn jemand auf deiner Platte sagt: "strip these bitches naked"?
Ich bin mir schlimmeres gewohnt, etwa von Savas. Und eben, ich hab' damals N.W.A gehört. Und wenn Tash das rappt [auf Tha Liks & Kool Savas "Mind, Body, Soul"], meint er nicht mich damit. Ich hab' mit dem gesoffen und so, der hat mich als Produzentin ernst genommen, und deshalb kann der rappen was er will.
Damit ist immer so eine Gruppe gemeint: es gibt Bitches. Und von denen halte ich auch nichts. Groupies finde ich ganz schlimm. Aber man kann nicht alle Leute über einen Kamm scheren. Es gibt eben auch die Rap interessierten Frauen, die gerne einmal jemanden normal kennen lernen würden, als Person, weil sie deren Musik so lieben.
Wenn die Rapper also Bitches sagen wollen, können sie das machen. Ich hab' ja auch nicht die feinste Aussprache und wenn ich mich über jemanden aufrege, dann sage ich ja auch nicht: ‚der ist so dumm.' Sondern vielleicht: ‚das ist ein Bastard.' (lacht) Das muss man nicht so ernst nehmen, das ist Entertainment.
Gab's jemals die Situation dass - wahrscheinlich in Amerika - irgendjemand dazu kam, dich anschaute und fragte: ‚wo ist der Produzent?'
Das ist mir bei Arista passiert. L.A. Reid hat uns - ich und Jan, mein A&R von BMG - zur Hip Hop Abteilung geschickt. Dann hat sich ein Typ, der war Vize-Blah Blah, irgend so ein hohes Tier, aber auch ein junger Typ halt - der sah auch aus wie ein Rapper - der hat die CD reingehauen. Und dann hören wir uns das so an. Es heisst schon etwas wenn die Beats nicht weiter geskippt werden. Der hat sich wirklich fast jeden Beat bis zum Ende angehört und hat auch mitgenickt. Irgendwann sagte er dann: ‚die Beats sind geil, du hast die alle gemacht?' und zeigt dabei auf Jan. Und er: ‚ne, ne, die hat sie gemacht.' Dann ist der Vize natürlich aus allen Wolken gefallen: ‚wie, die hast du alle gemacht?'
Oder bei der Studio Session mit Prodigy: Die Jungs bringen ja immer gleich zehn Leute mit. Da kam dann einer nach vorne ins Studio - die chillen ja sonst eher im Vorraum - da kam er so rein: ‚der Beat ist hot. Wer hat ihn gemacht?' Da meinte Prodigy: ‚Shorty made the beat.' Er so: ‚was, Word?' (lacht) Nicht dass sie mir das nicht zugetraut hätten, aber die denken natürlich nicht daran, dass das kleine weisse Mädchen den Beat gemacht hat.
Bei deinen Tracks scheint sehr viel eingespielt zu sein.
Da sind aber auch viele Samples: Das "Intro" hat ein Sample "OK" hab ich selber eingespielt. Den Kanye Track habe ich auch selber eingespielt, ausser den Geigen, aber der Prodigy Track ist ein Sample, der Afrob und Autodidakt Track ist ein Sample, Havoc und der Optik Army Track ist ein Sample...
...okay, dann sag ich mal dass du die Samples gut verhüllst. (lacht)
Ja, ich spiele immer noch etwas dazu ein und zerschneid die halt.
Dann lass mich trotzdem fragen: würdest du offensichtlicher oder weniger verändert samplen, wenn du das heute immer noch kostenlos machen könntest?
Wenn ich nach Samples suche, ich Platten durchstöbere, muss ich darauf achten was ich sample. Ich hab' meinen alten Arbeitgeber, der hatte einen Second Hand Plattenladen. Bei dem habe ich zuerst als Plattenwäscherin gearbeitet und später habe ich Platten verkauft. Und beim Verkaufen, da musst du ja jeweils nur eine Minute so hochgucken und kassieren. Also habe ich mir währenddessen die Samples rausgesucht. Damals war's mir noch egal was ich Sample und da hat mir dann irgendwann jemand mal gesagt: ‚also das Sample ist berühmt.' Und dann dachte ich auch schon: ‚oh ne, Clearing, da hab ich echt kein Bock drauf.'
Der Arbeitgeber hat den Laden nicht mehr aber ein Lager. Und wenn ich dann jeweils bei ihm bin, dann frag' ich ihn jeweils: ‚ist das Teil berühmt?' - ‚Ne, das kannst du nicht nehmen.' Und dann steck ich's gleich wieder zurück. Denn das kann ich mir jetzt nicht leisten noch Samples zu clearen.
Es gibt schon ein paar berühmte Sachen die ich gerne benutzen würde, das sind aber nicht viele. Das sind meistens 80er Jahre Sachen, die wirklich auch Welthits waren. Die würde ich - nicht genau Eins zu Eins übernehmen, aber mit denen würde ich gerne arbeiten. Aber sonst? Ich möchte eigentlich Sachen machen die man vorher noch nicht kannte. Das motiviert mich auch, irgend etwas verrücktes zu hören, dann etwas raus zu schneiden; einfach etwas das ich selber noch nicht gehört habe. Und daraus entsteht ja dann etwas das auch die Anderen noch nicht gehört haben.
Programmierst du deine Beats oder komponierst du sie?
Schon programmieren. Ich arbeite schon viel mit Samples. Aber die Beats die jetzt auf dem Album sind, das ist ja nur ein Bruchteil davon von was ich gemacht habe. Deswegen denken vielleicht auch ein paar: ‚aber ich kenn doch noch gar nichts von ihr das so krass zusammen gebastelt ist.' Aber ich hab' schon Sachen wo ich von verschiedenen Platten Sounds genommen habe. Der Shells Track [Shells & Graph "Over The Top"] auf dem Album ist so einer. Der ist wirklich gestückelt. Da würde ich schon sagen, dass ich das komponiert habe.
Aber einen Beat machen ist schon etwas Anderes - an so einem technischen Gerät zu sitzen - als wenn du Noten aufschreibst und etwas komponierst. Das kann man nicht vergleichen. Auch wenn du natürlich neue Sounds kreierst, und das ist ja in etwa wie komponieren. Also eher programmieren und leicht komponieren.
Bei "Dieses Mal" könnte man vielleicht einen Komponier-Ansatz finden.
Das ist ja auch kein zusammenhängendes Sample. Da gibt's ein längeres Stück von Loop und hinten habe ich dann noch zwei Sachen reingesetzt.
Aber ist schon eine gute Frage. Dennoch, ich würde schon sagen programmieren. Pro-komponieren. (lacht)
Jetzt nehmen wir mal an, ich möchte auch eine Platte machen. Und da brauche ich Leute. Wie zum Beispiel Ol' Dirty Bastard. Wie fange ich das an? Wen rufe ich an um solche Leute auf meine Platte zu kriegen?
Das mit ODB hat sich aus der Prodigy Session ergeben. Da war irgend so ein Typ da, der irgend etwas mit ODB zu tun hatte. Und der war so angetan von meinen Beats: ‚ich find's voll cool was du machst, hast du nicht Bock dass ODB was für deine Platte macht?' - ‚Klar.'
Das hat sich einfach daraus ergeben und ist nicht vorausschaubar. Ich hatte zwei Nummern aus Deutschland, die mich gefragt haben: ‚ich kenne den, den und den, auf wen hast du Bock?' Und so kam ich zu Leuten wie Prodigy, Kanye und Shells. Graph wurde mir nicht vorgeschlagen. Als für den Shells Track noch jemand fehlte und mir in Deutschland auch niemand eingefallen ist, da meinte Savas: ‚Graph ist voll geil. Und Shells und er haben auch schon einmal eine Track zusammen gemacht.' Also fragte ich die Leute ob sie Graph kennen und klar machen könnten.
Also hast du jeden selber ausgesucht der auf der Platte ist?
Ja, ja, klar.
Wie kamst du dazu die Mieze [von Mia] auf die Platte zu nehmen.
Ich bin Mieze Fan. Ich fand die schon seit dem ersten Mal wo ich sie gehört habe richtig geil. Und weil ich sowieso ein achtziger Jahre Kind bin, und den Sound mag, und ich fand dass sie den Sound zurückgeholt hat, ohne gross Cover Geschichten zu machen; es wie etwas Neues, aber trotzdem wie das Alte geklungen hat, fand ich voll geil. Und auch die Attitüde die sie rüberbringt: ich meine, sie ist voll der krasse Charakter, wirklich geil.
Jan wollte unbedingt noch jemand für seinen Track haben. Das war dann auch wieder so eine Sache, wo eigentlich schon jeder auf der Platte war und ich echt nicht wusste wen ich noch nehmen sollte. Dann ist Savas eingefallen, dass ihm Jan mal erzählt hat, dass er Mieze auch geil findet. Also meinte er: ‚warum packst du nicht Mieze drauf?' Auf die hatte ich natürlich voll Bock. Und schon früher hatte ich mir vorgenommen sie zu fragen. Und so war das perfekt. Ich denke mir die passen auch so ein Bisschen zusammen. Die kommen rüber als wenn beide so ein Bisschen gleich ticken. Und Jan ist ja auch offen für solche Sachen. So habe ich ihn gefragt ob ich die Mieze anfragen soll - ‚ja klar' - und so habe ich Kontakt zu ihr hergestellt. Und sie hatte auch Bock auf ihn - und mich auch - und so ist's passiert.
Zusammen mit Cassandra sind die zwei die einzigen Frauen auf der Platte. Wobei sich das wohl dadurch erklärt, dass - wie du gesagt hast - du keine guten Rapperinnen kennst, ausser Fiva.
Fiva sollte eigentlich mit Brooke noch drauf. Aber die wollte ich mit Jean Grae draufpacken. Das war die ganze Zeit im Gespräch. Doch dann hatte ich keine Zeit, dann hatte Jean Grae keine Zeit und dann war's schon zu spät. Und dann musste ich leider darauf verzichten. Sonst wäre ich heute noch nicht fertig. Aber das kommt auf jeden Fall noch.
Weiter fällt auch auf, dass du auf deinem Album schön Leute von allen Ecken und Enden vereinst.
Das finde ich auch schön von mir (lacht). Ich habe mich auf jeden Fall locker gemacht. Ich war davor schon ein Bisschen ignorant und hab' meine Augen verschlossen. Und hatte auch Konkurrenzdenken. Denn ich hatte ja mein Camp wo ich dachte das wären ganz tolle, coole Leute. Und da wurde man leider enttäuscht. Da habe ich gesehen, dass ich wahrscheinlich falsch gedacht habe. Ich fand, dass es ganz wichtig für mich ist, mich einfach locker zu machen.
Ich hab ja so oder so nichts gegen die Leute. Man kennt die auch nicht. Man hat natürlich Vorurteile wenn man die im Video sieht, so wie man wahrscheinlich auch gegen mich Vorurteile hat. Das ist aber eigentlich normal. Aber es war ein gutes Gefühl: Ich hab' ganz locker Jan angerufen, hab Afrob angerufen. Die waren schon leicht überrascht, aber die haben auch sofort ja gesagt.
Kommt die Lockerheit mit dem Alter oder mit dem Erfolg?
Wenn du hatest, dann ist das ja meistens so, dass du keinen Erfolg hast und den Erfolg den anderen nicht gönnst. Aber natürlich macht man sich ein Bisschen locker. Ich hab' jetzt mein Game gemacht. Und dann hat man auch gar keinen Grund mehr zum Haten. Weil meistens ist's doch: warum die und ich nicht? Weil ja jeder von sich selber überzeugt ist. Und es gibt ja auch Leute die wirklich eine verschwommene Realitätswahrnehmung von sich selber haben (lacht). Es gibt aber auch so viele talentierte Leute die noch nichts reissen, die noch auf keinem Major sind und so. Das ist irgendwie ganz normal, das kann man auch nicht verurteilen. Aber ich glaube schon dass man mit dem Erfolg lockerer wird. Aber nicht dass ich mir dachte: ‚ja, damit werde ich noch erfolgreicher.' Ich habe mich einfach weiterentwickelt und habe meine schlechten Seiten hinter mir gelassen (lacht).
Ich möchte doch noch fragen was es mit dem Titel auf sich hat. Warum "Rapper's Delight"?
Warum? Ich habe Monate lang nach einem Namen gesucht. Dann dachte ich "What's Really Good" ist cool. Aber dann fand ich's doch nicht mehr geil. Und das wäre auch Savas Idee gewesen. Und das war auch so ein Ding: er bringt schon so viele Ideen ein, auch das Mieze Ding, und eigentlich müsste ich doch selber drauf kommen. Ich hab' kein Problem damit, das ist mein Mann, aber da hatte ich schon ein kleines Problem damit: also wenigstens der Titel muss mir selber einfallen. Und da gab's wirklich tausend Varianten, wie "Highway To Mel" (lacht). Ich hab' all meine Kumpels gefragt und die kamen mit den miesesten Sachen an. Und ein paar Mal zwischen durch dachte ich mir: "Rapper's Delight", irgendwie ist das geil.
Als Produzentin hat das ja schon wieder eine ganz andere Bedeutung. Und ausserdem sollte es schon eine Freude für einen Emcee sein über meine Beats zu rappen.
Und zum Cover passt's jetzt perfekt. Die Maschinen - wie der MPC - sind ja eher so Männer Dinge, wie Autos, und dann liegt da ne Olle drauf; weist du, wie bei diesen komischen Zeitschriften. Und das finde ich einfach perfekt so als Hommage: die erste - obwohl man streitet sich ja noch darüber - Rap Single...
... "Rapper's Delight" war die erste Rap Single die in die Chart eingestiegen ist...
... ja, und es ist eben dieser Klassiker. Und meine LP sollte eben auch dieser Klassiker sein (lacht).
Nun, wenn dieses Album schon ein Klassiker wird, was kannst denn du noch als Nächstes machen?
Ja, das ist jetzt die Frage. Am liebsten würde ich mit jemanden zusammen arbeiten und ein Album zusammen machen. Ich weiss jetzt nicht mit wem oder so. Aber mit jemanden als Team zusammen arbeiten, darauf hätte ich voll Bock. Denn das hat mich echt viel Nerven gekostet, all die Leute zu koordinieren, dass die an einem Tag Zeit haben, und aaahh, Verträge und Blah und alles. Es war auch sehr kostspielig: Ich hab' fürs Album meinen ganzen Vorschuss geopfert.
Ich will jetzt sofort weiter machen, was zwar etwas schwierig wird. Ich möchte jetzt aber nicht sofort eine zweite Compilation machen. Denn "Rapper's Delight" kann ich erst mal so nicht toppen. Denn es sind ja alle Big Names drauf. Und ich möchte auch nicht dass es nur ein Teil 2 wird: ich möchte schon, dass wieder etwas Bahnbrechendes drauf ist, wie die Samy/Savas Kollabo. Aber dafür muss zuerst etwas Zeit vergehen.
Und ich soll ja Savas nächstes Album produzieren. Und ich glaube ich hab dafür noch was zu tun (lacht).
Das Projekt das du angesprochen hast, würdest du das lieber mit jemandem machen den wir kennen oder noch nicht kennen?
Das wäre mir egal. Einfach jemanden der Fresh klingt und Fresh ist. Jemanden mit dem ich mich gut verstehe und mit dem es Spass macht Mucke zu machen und mit dem ich zusammen arbeiten kann. Ich würde wirklich gerne einen Schritt weiter gehen und zusammen die Sachen machen. Vielleicht so dass ich Tipps annehme und dass derjenige Tipps von mir annimmt. Das man wirklich zusammen arbeitet. Sonst habe ich immer nur Beats gegeben, und die haben ihr Ding drauf gemacht.
Und was ist mit einem Schritt in die Heimat von Kanye West und Prodigy?
Ja, das wäre natürlich super. Die Englisch spracheigen Sachen werden wir da drüben rausbringen, als EP oder irgendwie so. Und von dem Track mit Kanye West gibt's schon ein White Label. Ja, mal kucken. Ich meine, den Künstlern hat's gefallen, dann müsste es denn Konsumenten doch eigentlich auch gefallen (lacht).
Es gibt ja unterdessen auch einen Kroaten der viele Beats für Amerikaner macht, oder auch einen Schweden. Oder auch den Schweizer DJ Sebb, der schon für Big L und andere Sachen gemacht hat. Warum also nicht auch eine Deutsche?
Echt, warum nicht?
Die ja wahrscheinlich sogar noch mit Swizzbeatz verwandt ist (lacht).
Ha, ha (lacht). Ne, den Namen hatte ich schon bevor ich Swizzbeatz kannte. War schon peinlich als ich dann feststellte dass es Swizzbeatz gibt. Obwohl mich niemand darauf angesprochen hat, denken die wohl alle ich sei voll der Biter (lacht).
 

"Rapper's Delight" mit Auftritten von Xavier Naidoo, Kanye West, Ol' Dirty Bastard, Tha Alkaholiks, Graph, Illmatic und vielen mehr ist ab dem 7. Juni 2004 beim Plattenverkäufer deines Vertrauens käuflich erwerbbar.

 
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